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Reflexiones |
flyer |
| Eröffnung: | Freitag, 29. September 2006, 19.30 |
| Ausstellungsdauer: | 29.09. bis 07.10. 2006 |
| Ausstellung: | Do- So 17.00 - 20.00 |
| Öffnungszeiten: | |
| Freitag | 19.30h Vernissage und Fiesta |
| Samstag | 15-18h |
| Sonntag | 11-15h |
| Montag | 17-20h |
| Dienstag | 17-20h |
| Mittwoch | 17-22h, ab 19h Künstlergespräch |
| Donnerstag | 17-20h |
| Freitag | 16-23h, ab 19.30h Finissage |
| Samstag | 11-14h Finibrunch |
Eine Ausstellung auf Spurensuche. Wie Kunst,
Kommunikation, Kultur und Gesellschaft
im Spannungsfeld zwischen Lateinamerika und Wien ins Bild kommen. Wissenschaftlich
fundiert und liebevoll kuratiert von Karoline Hausmann und Severin Dostal.
Von 30. September bis 7. Oktober sind im Wiener Ragnarhof (www.grundsteingasse12.at)
ausgewählte Werke von sechs Künstlern zu sehen, die ihren Lebensmittelpunkt
zumindest zeitweise nach Österreich verlegt haben.
Vier mexikanische und zwei kolumbianische KünstlerInnen, Carolina de la
Peña, Edna Barrientos, Jesús Nava Rivero, Oscar Sanchez sowie
Antonio Zapata und Alejandro Irurita Guzmán zeigen Arbeiten aus den Bereichen
Video/Audio, Installation, Malerei und Photographie, in denen sie sich mit der
sie umgebenden Welt und den Phänomenen unserer Gesellschaft auseinandersetzen.
Ohne Verwendung der Sprache übermittelt der Künstler dem Publikum
eine Botschaft. Diese kann die reine Dokumentation eines Zustandes sein, aber
auch Kritik bis hin zu einem scharfen Protest an die Welt. Kunst gibt dem Betrachter
Gelegenheit und Chance, Abstand zum Alltag zu gewinnen. Kunst erweckt Emotionen
in uns, lässt uns Erinnerungen und eigene Erfahrungen noch einmal erleben,
lässt uns die Welt, ihre Wirklichkeit und unser Dasein hier und jetzt reflektieren.
Eröffnet werden die REFLEXIONES am 29. September um 19.30 Uhr mit einer
fulminanten fiesta latina. Ein passendes Live-Set präsentiert der kubanische
Gitarrist Daniel Yoris mit seiner Band. Jesús Nava Rivero fungiert als
DJ.
Ziel dieser Woche ist es, einen intensiven Diskurs zwischen den Künstlern
und den Besuchern zu initiieren, wobei die ausgestellten Werke als Anregung
dienen und die programmatisch vielfältigen Termine Vernissage (29.9., feierlich-bombastisch),
Künstlergespräch (4.9., diskursiv-persönlich), Finisage (6.9.,
emotional-unberechenbar) sowie Finibrunch (7.9., sentimental-gemütlich)
den bunten Rahmen schaffen sollen.
Der Blick der REFLEXIONES richtet sich auf die wechselseitige Beziehung und
die bestehende Beeinflussung von Künstler, Kunstwerk und Betrachter. Oft
bestehen, neben der Sinngebung des Künstlers, die davon abweichenden Interpretationen
der Betrachter - diese Möglichkeit verschiedenartiger Interpretationen
gibt dem Kunstwerk jedoch einen ungemeinen Freiraum - es kann, abhängig
von dem jeweiligen Individuum, über Zeit und Raum hinaus eine gewisse Aktualität
behalten, eine Verbindung zur Realität haben, die der Betrachter zwischen
ihm und seiner persönlichen Wirklichkeit knüpft.
Dennoch interessiert uns immer der vom Künstler gegebene Inhalt - dieser
kann uns anregen bestimmte Sachverhalte genauer zu betrachten, neue Standpunkte
einzunehmen oder sogar bestehende persönliche Meinungen zu überdenken
und sie gegebenenfalls zu entwickeln oder zu verändern. Durch unser Reflektieren,
das durch die Auseinandersetzung mit einem Kunstwerk hervorgerufen wird, können
wir kleine Dinge aus ihrem Alltagskontext isolieren, um ihnen nicht nur während
der Betrachtung des Werkes Aufmerksamkeit zu schenken und Bedeutung zu geben,
sondern sie auch in unseren alltäglichen Diskurs zu holen.
Antonio Zapata übt in seiner Kunst Kritik und Protest an der Gesellschaft
und ihrem sinnlosen, bürokratischen und mitunter auch vernichtenden System.
Carolina de la Peña beschäftigt sich in ihren neuesten Arbeiten
mit der Wahrnehmung der alltäglichen Wirklichkeit Mexikos. Der Künstlerin
geht es hierbei auch um die Auseinandersetzung mit der bewussten Gestaltung
von Wirklichkeiten und dem Erleben von entworfenen Realitäten.
Edna Barrientos lässt in ihrer amorph geformten Installation der Erde,
dem von einer Vielfalt an Kulturen bewohnten Planeten, Aufmerksamkeit und Beachtung
zukommen. Sie kritisiert die Eigenschaft des Menschen, Grenzen zu schaffen und
Dinge für sich zu beanspruchen, die eigentlich allen Völkern auf "ihrer"
Erde zu Teil werden sollten.
Oscar Sanchez schafft in seiner meditativ-fesselnden Video-Installation eine
faszinierende Verbindung zwischen dem Phänomen der Markenästhetik
und der katholischen Kirche. Der Künstler motiviert uns zu einer kritischen
Reflektion über den Stellenwert dieser Institution in der Gesellschaft.
Jesus Nava Rivero widmet sich dem Thema des zeitgenössischen, abstrakten
Tanzes. Dieser, so scheint es, ist ein kulturloses Phänomen, und ist als
universales Element in allen unterschiedlichen Gesellschaften zu finden.
Alejandro Irurita Guzmán schlussendlich lädt uns durch seine Werke
ein, in "un mundo raro" (eine seltsame Welt) einzutreten, Bilder einer
Kombination von Elementen der lateinamerikanischen und europäischen Lebenswirklichkeit.
Wir danken den Sponsoren bettertogether
gmbh, Raiffeisen, Havana Club sowie den fördernden Institutionen ÖH
und Ottakring Kultur herzlich für die freundliche Unterstützung.